Sharing And Being Shared

Although I define our relationship as monogamic, John reserves the right to have sex with other males as well. Now one might argue about what is monogamic about that, but I think that a relationship depends mostly on feelings of love, relatedness and so on and not so much on never sleeping with anyone else again. But this does not neccessarily mean that it does not hurt me seeing John having intercourse with other men. To be honest, each and every time I have to struggle with feelings of jealousy and the fear of losing him. Well, it is part of the game we play. Sometimes I am not sure if it makes it better or worse to always know and witness what he is doing with and to others (we have the agreement that everything John does takes places before my eyes).

It is both awesome and abominable to watch John with other guys, especially if it gets to that kissing and stroking thing. In these moments I experience a tickling mixture of lust, jealousy, pain and fear, all at once, which makes it unbelievably intense. These feelings can even be raised if John decides to ban me from taking part in the game and all that remains for me is to watch or if he asks me to prepare the other man for him by undressing him or something else. The most humiliating aspect is of course being kept from stimulation and climaxing, while the others are having their fun with each other.

I have granted John the right to let my body and mind be used by other men, be it for mindgames / mindfucks, be it for sexual purposes. I am not to reject a man he chooses for me which sometimes is hard for me. Of course John knows which types I would prefer and sometimes I am lucky enough to be gifted with one of those, but most times John chooses men I myself would not want to have sex with. But on the other hand, it satisfies these masochistic needs to overcome my own desires and give in to Johns demands.

Although I am happy with our relationship, I know for sure that if it was only me to decide, I would choose John to be the only one for me and vice versa, not only by heart but also by body. But what do I know? Perhaps it would not be enough for me, perhaps I would miss it. Well, Sir, it might well be that I have one of my weak moments again…

Zum ersten Mal Yoga

Heute Morgen hatte ich erst keine Lust, meine Verabredung mit R. zum Yoga einzuhalten, aber weil wir sie schon eine Woche ausgemacht hatten, bin ich doch zu ihr gefahren. Ich habe immer wieder gelesen, dass Shiva mit dem Yoga untrennbar verbunden ist und dass Yoga ein Weg ist, Shiva zu ehren und ihn zu erfahren. Shiva wird als Mahayogi bezeichnet (Meister des Yoga). Auf den meisten Abbildungen nimmt er Yoga-Haltungen ein, zum Beispiel zum Meditieren oder zum Tanzen. Ich habe gelesen, dass man Shiva ehren kann, indem man seinen Schöpfungs- und Zerstörungstanz nachahmt, aber ich denke, dafür bin ich nicht gelenkig genug. Ich glaube auch nicht, dass ich Anmut besitze und ich würde nicht wollen, dass Shiva mich tanzen sieht und es grotesk findet.

R. hat mir vorher erklärt, was wir machen, und dann haben wir uns aufgewärmt. Wenn man die Muskeln vorm Yoga nicht aufwärmt und dehnt, kann man sich verletzen, wie bei anderem Sport. R. sagt, ich könnte vorm Yoga auch Joggen und mich etwas stretchen oder Radfahren. R. und ich hatten im Laufe der Woche mehrmals miteinander telefoniert und gemailt und sie hat mir erklärt, was ihre Yoga-Form ausmacht (Ashtanga Yoga). Ich finde es noch sehr kompliziert, zwischen den einzelnen Yogas zu unterscheiden, aber R. hat gesagt, dass ich im Laufe der Zeit die Form finde, die zu mir passt, wenn ich dabeibleibe. Beim Ashtanga Yoga koordiniert man Atmung und Bewegung, und manchmal war ich durcheinander, weil ich es nicht gewohnt bin, so auf meine Atmung zu achten. Es war schwieriger zu atmen als die Bewegungen zu machen. R. sagt, ich bin ziemlich gelenkig und das hat mich gefreut, weil ich gedacht habe, dass ich steif und unbeweglich bin 🙂

Nach dem Yoga haben wir zusammen Yogitee getrunken (sie hat ihn extra mit Reismilch gemacht für mich). Ich finde ihn lecker, aber auch gewöhnungsbedürftig, weil er mich an Weihnachten erinnert 🙂 Die Gewürze sollen den Stoffwechsel anregen. R. sagt, dass viele Yoga-Stile sich mit Shiva beschäftigen und dass sie es bemerkenswert findet, dass mein Weg andersrum ist, von Shiva zum Yoga und nicht vom Yoga zu Shiva. Sie sagt, dass die Körperhaltung beim Meditieren Shiva imitieren soll. Ich habe ihr schon erzählt, dass ich für Shiva das Mantra Om Namah Shivaya singe und sie hat mir eine Gebetskette geschenkt. Sie ist aus Samen von einem Baum (Rudhraksha) und an der Kette sind 108 Samen, und dann kann ich beim Singen mit den Perlen abzählen, wie oft ich das Mantra schon gesungen habe. Ich war gerührt davon, dass sie mir die Kette geschenkt hat, und ich musste an S. denken, die gesagt hat, vielleicht kommen im Laufe der Zeit noch andere Sachen zu meinem Shiva-Bild dazu.

Ich möchte gerne noch mal Yoga machen. R. sagt, in meinem Wohnort gibt es Yoga-Studios und ich will in der nächsten Woche nach einem suchen, wo ich Yoga machen kann. Nach dem Yoga habe ich mich heute sehr gut gefühlt. Als wäre ich wach und aufmerksam. Meine negativen Gefühle von gestern sind wie weggeblasen, es geht mir gut. Heute Nachmittag möchte ich im Garten arbeiten und heute Abend gehen John und ich ins Kino.

Kein guter Tag

Heute ist kein guter Tag für mich. Eigentlich wollten John und ich heute Abend zu einem anderen Sub/Dom-Paar fahren, aber ich kann es nicht. Heute Morgen hat mich auf der Arbeit eine Situation getriggert und ich bin wütend geworden, aber nach der Wut kommt dann schnell die Trauer und die Hilflosigkeit. Es geht nicht mehr soweit, ich breche nicht zusammen und brauche auch keine Auszeit, aber ich fühle mich nicht gerade stabil und auch nicht in der Lage, dabei zuzusehen wie John mit einem anderen Mann zusammen ist. Es ist Teil unserer Beziehung, dass er Sex haben darf, mit wem er möchte, und dass er mich an andere Männer verleihen kann, aber heute kann ich das einfach nicht.

An Tagen wie heute stelle ich meine Neigung und unsere Art zusammen zu sein in Frage. Heute denke ich, dass ich gerne der einzige Mann für John wäre und dass ich auch keine anderen Männer mehr haben möchte. Aber ich weiß, dass das mit dem Vorfall von heute früh zusammenhängt und dass ich nicht mein Leben lang meine Neigung unterdrücken könnte.

Es ist ganz komisch, aber ausgerechnet heute hatte ich ein sehr schönes Erlebnis mit Shiva. Ich sass einfach vor seinem Bild und hatte die Augen geschlossen und auf einmal habe ich mich gefühlt, als würde jemand bei mir stehen. Es war niemand da, aber ich habe mich nicht mehr alleine gefühlt.

Wenn John gleich zu mir kommt, wollen wir einen Film ansehen und einfach ein bisschen abschalten.

Puja für Shiva

Es war schwer für mich, mich auf eine weitere Puja für Shiva einzulassen, weil die erste dazu geführt hat, dass ich mich schwach und ängstlich gefühlt habe. Ich habe das Glück, viele Menschen zu kennen, die in meinen Augen in spiritueller Hinsicht sehr weit fortgeschritten sind, oder die durch die Erfahrungen, die sie in ihrem Leben gemacht haben, open-minded sind. Ich fühle mich nicht sicher genug, um meinen Weg alleine zu gehen. Es tut gut, dass ich mich mit ihnen austauschen kann, auch wenn keiner von ihnen mit Shiva direkt zu tun hat. Mein Freund W., von dem ich auch die Shiva-Karte habe, fand dass meine Reaktion auf die erste Puja ein gutes Zeichen gewesen ist. Es ging mir ja um Kontakt und den habe ich offenbar auch herstellen können, wenn es mich auch überrascht hat, dass ich so stark körperlich reagiert habe. Ich dachte, ein Gott ist eine metaphysische Entität, die auf geistiger oder seelischer Ebene wirkt. Meine erste Shiva-Erfahrung hat mich widerlegt und mich wachsam gemacht. Wahrscheinlich wird vieles, von dem ich eine vorgefasste Meinung habe, in der Realität ganz anders sein.

Gestern am frühen Abend bin ich spazieren gewesen. Ich hatte mir die Sachen für die Puja mitgenommen und lose im Kopf, dass ich eine machen würde, wenn ich einen schönen und vor allem ruhigen Ort finden würde. Ab 16 Uhr sind viele Leute unterwegs (Feierabendverkehr) und wenig später machen sie Sport oder gehen mit den Hunden Gassi. Ich glaube, wenn man in seinem spirituellen Tun gefestigt ist, dann ist es einem egal, wenn andere Leute an einem vorbeigehen, aber ich möchte dabei meine Ruhe haben. Ich glaube, ich wäre sehr leicht abzulenken und das erscheint mir Shiva gegenüber unhöflich. Ich hatte aber Glück und habe einen Platz gefunden, wo ich alleine war. Ich habe erst mal einfach dagesessen und gewartet, ob jemand kommen würde, aber es kam niemand, nur ein Traktor war zu hören.

Ich hatte gelesen, dass Hindus die Gottheit, zu der sie sprechen wollen, bitten, in ihr Bild einzufahren, und dass sie sie nach der Puja wieder bitten, an ihren Wohnort (bei Shiva der Mount Kailash) zurückzugehen. Ich finde das einleuchtend, jedenfalls mehr als wenn ich mir vorstelle, dass Gott immer in jedem seiner Bilder anwesend ist. Ich habe Shiva also gebeten, in seinem Bild anwesend zu sein. Es war ein merkwürdiges Gefühl, als würde bei einem Anruf jemand an den anderen Apparat gehen und zuhören, ohne etwas zu sagen. Ich habe Shiva Wasser angeboten, damit er sich reinigen kann, und dann habe ich Feuer, Gebet (108 Wiederholungen von Om Namah Shivaya) und Blütenblätter aus meinem Garten angeboten. Es hat sich ganz anders angefühlt als beim ersten Mal, obwohl ich aufgeregt war. Es hat sich aber schon sicherer und vertrauter angefühlt.

Ich habe in mehreren Büchern und auf mehreren Internetseiten gelesen, dass es wichtig ist, täglich Puja zu machen, um Gott zu ehren. Einerseits finde ich das logisch, weil das die Bindung an Gott stärker macht und man sicherer wird. Wahrscheinlich kann man Gott in sich auch besser wahrnehmen, wenn man täglich Puja macht. Aber andererseits habe ich nicht das Bedürfnis, das täglich zu machen. Es gibt Tage, wo ich mich für eine Puja zu müde und unkonzentriert fühle und ich denke, dass es Gott beleidigen könnte, wenn ich nicht bei der Sache bin. Ich mag auch keine Gespräche, wenn ich merke, dass der andere gedanklich woanders ist. Außerdem habe ich von John mehrere Aufgaben bekommen, die ich täglich mache, und das alles braucht ja auch Zeit.

Hier noch ein paar Notizen aus Büchern:

  • Jainismus: lehnt einen exoterischen Gott ab. Erkennt nur das Göttliche in jeder Seele an (auch Tiere, Pflanzen). Anhänger sind Vegetarier / Veganer und essen auch bestimmte Pflanzen nicht.
  • zu Brahma gehört Sarasvati, zu Vishnu Lakshmi und zu Shiva Parvati
  • Mount Kailash ist realer und spiritueller heiliger Ort. Pilger umrunden ihn (manche auf Knien), um ihr Karma aufzulösen. Im übertragenen Sinn ist der Kailash das Sinnbild für die Erleuchtung im obersten Chakra (Energierad)
  • die Kundalini-Schlangenkraft wird auch als Lotus dargestellt, der im untersten Chakra seine Wurzeln hat und entlang der Wirbelsäule aufsteigt. Lotus = symbol of overcoming, rises from muddy waters to sun and light
  • Shiva = Urkraft, in sich ruhend, Shakti = rührige Urkraft. Shakti ist Shivas schöpferischer Aspekt
  • die Erinnerung an die verlorene Einheit von Shiva und Shakti weckt die spirituelle Sehnsucht in den Menschen
  • Yoga = Verbindung von Shiva und Shakti.
  • Yoga / Tantra?!

The Lust Of Hopelessness

Sir, you demanded from me to write about lust, chastity and hopelessness, so this entry is dedicated to you.

It has been more than two weeks now since I have been locked up into my Birdlock, besides short moments to take care for myself, to wash, shave and cream my skin. More than two weeks without a touch, without climaxing, but not even a single day without being teased by words, kisses and blows. What might sound thrilling to submissive people who have never been in chastity, is in fact hard work on both mental and physical levels. After about three or four days of being locked up, lust begins to crawl through the entire system. The Birdlock is quite unremarkable from the outside, but I can feel it in every single second, and so after some days of wearing it, it is always on my mind. I begin to question myself about the point of time my Master will release me and allow me to come. It ist very demanding for me to satisfy John without even a chance to be satisfied as well.

The permanent arousal, which of course only takes place mentally, makes me weary and lacking in concentration. My thoughts orbit around having sex. The true agony of being locked up ist that normally I would not think so much of climaxing and having sex. The Birdlock, which is supposed to keep me chaste, does the very reverse. It keeps me in a state of permanent arousal, increased by the hopelessness of my lust, as I know that it is not me to decide when I will climax again. It needs about three to five weeks of chastity to break my permanent arousal and my permanent thoughts about being fucked. When I reach this state of acceptance, I am the most thankful, most obedient bottom ever and my will to take pain and punishment peaks. In this state of mind, I take anything.

When talking about hopelessness and lust I think about ruined orgasms as well. During a ruined orgasm one is being stimulated shortly before climaxing, just to be cooled down again without being allowed to actually come. If the Dom know his sub well, he can make him squirt off without an orgasm (“milking”), which I find both very humiliating and lustful. Milking can ease the body but surely neither the mind nor the horniness. It is a way to let to sub know who is in charge. And although I always know it is only milking, each and every time I hope for more.

I believe a sub who experiences the full power of his Master is in need of understanding, care and love. Being held in chastity and being permanently confronted with unfulfilled lust, is very demanding and sometimes very hard to take. I think in those times of agony and hopelessness John and I get very close to each other. Thank you, Sir.

Zittern

Gestern Abend haben meine Freundinnen S. und  C. und ich ein langes Gespräch gehabt darüber, ob man vor Gott versagen kann. Ich finde, dass man das kann, weil jeder Gott gewisse Regeln aufstellt, zum Beispiel in Bezug auf seine Verehrung und auf die Lebensführung seiner Anhänger. S. findet, dass Gott, weil er eben Gott ist, von vorne herein einkalkuliert, dass Menschen nicht 100 % schaffen und Fehler machen. Und C. findet, dass Gott nicht in Begriffen wie Fehler, Versagen ect. denkt, weil er seine Schöpfung liebt, wie sie ist. Sonst würde er sie ja ändern. Wieder einmal erscheint mir jeder Standpunkt für sich betrachtet logisch nachvollziehbar, was meine eigene Konfusion nur noch steigert. Allmählich begreife ich, wieso sich Menschen wegen Gott streiten 🙂

Nach unserem Gespräch habe ich mich mutig genug gefühlt, für Shiva zu singen. Ich singe sein Mantra Om Namah Shivaya 108 mal, wie es vorgeschrieben ist. Ich hatte dabei eine Kerze und ein Räucherstäbchen angemacht. Ich habe gelesen, dass Hindus die Gottheit, zu der sie sprechen, bitten in ihrem Bild, das auf dem Altar steht, anwesend zu sein und dass sie sie am Ende bitten, wieder zu ihrem Wohnsitz zurückzugehen. Ich habe das gemacht. Als ich hinterher im Bett lag, ging es mir körperlich schlecht. Ich habe gezittert und musste dringend etwas essen, obwohl ich das normalerweise so spät abends nicht mehr mache. Ich habe geschwitzt und war kurzatmig. Ich verstehe diese Reaktion nicht, aber weil es mir danach nicht gut ging, dachte ich, dass ich Shiva wohl beleidigt oder falsch behandelt habe.

Ich habe gegoogelt, was meine starke körperliche Reaktion bedeuten könnte. Ich war überrascht, aber nirgendwo stand etwas davon, dass man so reagiert, wenn man Gott beleidigt hat. Im Gegenteil schreiben alle davon, dass das Zittern und Schwitzen heißt, dass Gott bei einem war und dass seine Gegenwart einen erschüttert und durcheinanderbringt. Dass Gott sich wie Blitz und Donner gezeigt hat. Ist das das Ende meiner Zweifel daran, ob es Sinn macht, sich vor eine bunte Postkarte zu setzen und zu singen?

Trotzdem hat mich meine Reaktion von gestern Abend irritiert, weil ich mich sehr schwach und schlecht fühlte. John sagt, dass man ja auch stark darauf reagiert, wenn man zum ersten Mal einen Kaffee trinkt, aber dass man sich daran gewöhnt und dass man Kaffee irgendwann nicht mehr missen möchte. Ich weiß nicht, ob ich die Kraft dazu habe.

Alles ist wichtig

Ich fühle mich immer noch gehemmt, ein Ritual (eine Puja) für Shiva zu machen. In den Videos und Büchern heißt es, dass alles wichtig ist, jede kleinste Bewegung und Geste, welche Sachen man wie sagt (es herrscht zum Beispiel Uneinigkeit darüber, ob man Shíva oder Shivva sagt), welche Sachen man in welcher Reihenfolge und wie lange macht ect. Außerdem scheint es keinen standardisierten Ablauf so einer Puja zu geben, den jemand wie ich mit einem Spickzettel nachvollziehen kann. Fast jeder macht etwas anderes.

Wenn jede Kleinigkeit wichtig ist, dann scheint mir die Fehleranfälligkeit sehr hoch. Und was passiert, wenn ich einen Fehler mache? Würde ich Shivas Zorn damit provozieren? Würde er zu mir blicken und denken, dass ich ein minderwertiger Idiot bin, der es nicht hinkriegt, ihm anständig zu dienen? Ich habe danach gegoogelt, wie andere Menschen mit Göttern umgehen, aber das war nicht hilfreich. Manche sagen, dass die Götter den Menschen gegenüber freundlich eingestellt sind und sich darüber freuen, wenn die Menschen an sie denken und Puja machen, auch wenn die Menschen dabei unbeholfen sind und Fehler machen. Andere sagen, dass es den Zorn der Götter erweckt, wenn man etwas falsch macht. Mir erscheinen beide Standpunkte einleuchtend, jeder für sich betrachtet. John sagt, ich würde es nur herausbekommen, wie Shiva reagiert, wenn ich mich darauf einlasse und wenn ich das Risiko eingehe, einen Fehler zu machen. Ich fühle mich aber gehemmt, weil ich in Shivas Augen kein Arschloch sein will, das keine Puja hinkriegt.

Ich weiß, dass das Verhalten meines Vaters mir gegenüber dazu geführt hat, dass ich in neuen Dingen unsicher bin. Es ist schwer für mich, mich auf eine neue Situation einzustellen. Ich möchte nicht versagen und habe Angst davor, mich lächerlich zu machen. John hat den Vorschlag gemacht, dass ich nach anderen Shiva-Anhängern suchen soll, aber erstens möchte ich mich zum jetzigen Zeitpunkt keiner hinduistischen Gemeinde anschließen (auch da wäre die Angst immens, etwas falsch zu machen) und zweitens glaube ich, dass Shiva mich dazu herausfordert, meine Angst zu überwinden. Es heißt von ihm, er habe unzählige Dämonen besiegt, und ich denke, Angst ist einer meiner Dämonen. Die Angst zu versagen und nicht perfekt genug zu sein.

Im Augenblick fühle ich mich gelähmt. Ich träume zwar davon, für Shiva zu beten und das fühlt sich gut an, aber wenn ich es versuche, wenn ich wach bin, bin ich sofort ängstlich. Meine Mitbewohnerin sagt, dass es schön ist, dass ich mich nicht frage, ob Shiva existiert, weil die Frage danach, ob Gott vorhanden ist, vor dem Wunsch der meisten Menschen nach Kontakt steht und dass die meisten Leute an dieser Stelle schon abbrechen. Naja, im Grunde frage ich mich schon, ob Shiva existiert und wie er mein Leben beeinflussen kann, aber ich bin offen dafür. Ich weiß nicht, wieso sich Shiva für mich so richtig anfühlt, aber ich habe ihn gern. Ich wünsche mir, dass er mich auch gern hat. Mir ist nicht klar, ob ein Gott einen Menschen gernhaben kann, bevor der Mensch für ihn gebetet oder Gottesdienst / Puja gemacht hat. Habe ich einen Sympathievorschuss bei Shiva, bloß weil ich existiere? Normalerweise ruft meine Existenz eher negative Gefühle bei anderen hervor. Mein Vater hat mich gehasst, ich bin in der Schule gemobbt worden und meine Homosexualität hat auch schon genügend Leute dazu veranlasst, sich mir gegenüber unfair und ekelhaft zu verhalten. Den Gedanken, dass mich ein Gott ansehen und akzeptieren, vielleicht sogar lieben könnte, bloß weil ich da bin, finde ich unerhört und erschreckend. Er macht mir Angst, weil er so groß und unvorstellbar für mich ist.

Ich merke auch, dass es mich mehrmals am Tag zu dem Ort zieht, an dem ich die Sachen für Shiva hingestellt habe. Ich habe Angst, diesen Platz Altar zu nennen, weil mir das zu heilig vorkommt und weil ich denke, an einem Altar hält man Gottesdienst und steht nicht wie ein stammelnder Dummkopf davor.