Was ist Gott?

Heute Nachmittag habe ich einen guten Freund getroffen und wir sind ins Philosophieren gekommen. Was ist Gott? Ich sehe Gott als allumfassend an. Die Naturwissenschaft teilt die Sachen in immer kleinere Einheiten auf: Moleküle, Atome, Quarks, leerer Raum. Ich glaube, irgendwann in der Zukunft werden wir Maschinen haben, mit denen wir auf noch kleinere Einheiten stoßen werden. Naturwissenschaftlich gesprochen umfasst Gott für mich die Summe aller Materie, die Summe allen leeren Raums und darüber hinaus noch mehr.

Kann Gott sich selbst objektivieren? Ich kann es mir nicht vorstellen. Vielleicht weil meine Vorstellungskraft begrenzt ist, vielleicht aber auch weil ich durch bloße Beobachtung die Erfahrung mache, dass nicht alles, was existiert, seiner Natur nach aber Teil von Gott ist, Bewusstsein von sich selbst hat. Wie kann sich die Gottnatur als ganze objektivieren, wenn eine Stubenfliege keine Ich-Erkenntnis hat? Ich bewege mich da wieder auf naturwissenschaftlicher Ebene. Ich-Erkenntnis setzt eine gewisse Hirnstruktur, also eine gewisse Anlage voraus, die eine Stubenfliege nicht hat. Aber vielleicht ist es für Gott auch egal, ob ein Teil (die Stubenfliege) nicht objektivieren kann, weil Gott selbst größer ist und es eben doch kann – ich werde es nie erfahren.

Was Gott für mich nicht ist: der Lenker. Ich glaube nicht daran, dass alles geplant ist, was passiert, und dass es alles einem höheren Zweck dient. Es könnte zwar sein, dass ich falsch liege und Gott doch ein Lenker ist, aber ich glaube eher daran, dass alles reiner Zufall ist, ein wunderbarer Zufall. Ich glaube daran, dass Gott mit uns Menschen kommunizieren will und dass wir Menschen immer Sehnsucht nach Gott haben. Manche drücken das durch Religiosität oder Spiritualität aus, manche tun das als Unsinn ab und stumpfen ab, manche wissen nicht einmal, dass es Gott ist, was ihrem Leben fehlt.

Ich habe schon mal geschrieben, dass ich mir wünschen würde, dass Gott für mich ein ansprechbares Gegenüber wäre, mit einem Namen und einer gewissen optischen Idee verbunden. Mein Freund hat mir schon öfter davon erzählt, dass es Menschen gibt, die sich eine Gottheit aussuchen, zu der sie dann in Kontakt zu kommen versuchen. Heute hat er mich gefragt, wieso ich mich diesem Gedanken so vehement versperre, wenn ich doch eigentlich einen personalisierten Bezug zu Gott suche. Ich glaube, das geschieht aus Angst, die Gottheit könnte antworten. Wenn etwas eher vage bleibt, ist damit auch keine Erschütterung der eigenen Lebensgrenzen verbunden. Keine neuen Erfahrungen, alles bleibt in gewohnten Bahnen. Mein Freund hat jetzt aber etwas in mir ins Rollen gebracht. Ich bin schon lange von einer Gottheit fasziniert, deren Kult und Mythen mich ansprechen. Er hat mir vorgeschlagen, mich auf sie einzulassen, um herauszukriegen, ob / was passiert.

Ich überlege jetzt, wie ich das am besten mache. Vielleicht gehe ich noch zu technisch an die Sache ran, aber ich möchte es ausprobieren.

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