Puja für Shiva

Es war schwer für mich, mich auf eine weitere Puja für Shiva einzulassen, weil die erste dazu geführt hat, dass ich mich schwach und ängstlich gefühlt habe. Ich habe das Glück, viele Menschen zu kennen, die in meinen Augen in spiritueller Hinsicht sehr weit fortgeschritten sind, oder die durch die Erfahrungen, die sie in ihrem Leben gemacht haben, open-minded sind. Ich fühle mich nicht sicher genug, um meinen Weg alleine zu gehen. Es tut gut, dass ich mich mit ihnen austauschen kann, auch wenn keiner von ihnen mit Shiva direkt zu tun hat. Mein Freund W., von dem ich auch die Shiva-Karte habe, fand dass meine Reaktion auf die erste Puja ein gutes Zeichen gewesen ist. Es ging mir ja um Kontakt und den habe ich offenbar auch herstellen können, wenn es mich auch überrascht hat, dass ich so stark körperlich reagiert habe. Ich dachte, ein Gott ist eine metaphysische Entität, die auf geistiger oder seelischer Ebene wirkt. Meine erste Shiva-Erfahrung hat mich widerlegt und mich wachsam gemacht. Wahrscheinlich wird vieles, von dem ich eine vorgefasste Meinung habe, in der Realität ganz anders sein.

Gestern am frühen Abend bin ich spazieren gewesen. Ich hatte mir die Sachen für die Puja mitgenommen und lose im Kopf, dass ich eine machen würde, wenn ich einen schönen und vor allem ruhigen Ort finden würde. Ab 16 Uhr sind viele Leute unterwegs (Feierabendverkehr) und wenig später machen sie Sport oder gehen mit den Hunden Gassi. Ich glaube, wenn man in seinem spirituellen Tun gefestigt ist, dann ist es einem egal, wenn andere Leute an einem vorbeigehen, aber ich möchte dabei meine Ruhe haben. Ich glaube, ich wäre sehr leicht abzulenken und das erscheint mir Shiva gegenüber unhöflich. Ich hatte aber Glück und habe einen Platz gefunden, wo ich alleine war. Ich habe erst mal einfach dagesessen und gewartet, ob jemand kommen würde, aber es kam niemand, nur ein Traktor war zu hören.

Ich hatte gelesen, dass Hindus die Gottheit, zu der sie sprechen wollen, bitten, in ihr Bild einzufahren, und dass sie sie nach der Puja wieder bitten, an ihren Wohnort (bei Shiva der Mount Kailash) zurückzugehen. Ich finde das einleuchtend, jedenfalls mehr als wenn ich mir vorstelle, dass Gott immer in jedem seiner Bilder anwesend ist. Ich habe Shiva also gebeten, in seinem Bild anwesend zu sein. Es war ein merkwürdiges Gefühl, als würde bei einem Anruf jemand an den anderen Apparat gehen und zuhören, ohne etwas zu sagen. Ich habe Shiva Wasser angeboten, damit er sich reinigen kann, und dann habe ich Feuer, Gebet (108 Wiederholungen von Om Namah Shivaya) und Blütenblätter aus meinem Garten angeboten. Es hat sich ganz anders angefühlt als beim ersten Mal, obwohl ich aufgeregt war. Es hat sich aber schon sicherer und vertrauter angefühlt.

Ich habe in mehreren Büchern und auf mehreren Internetseiten gelesen, dass es wichtig ist, täglich Puja zu machen, um Gott zu ehren. Einerseits finde ich das logisch, weil das die Bindung an Gott stärker macht und man sicherer wird. Wahrscheinlich kann man Gott in sich auch besser wahrnehmen, wenn man täglich Puja macht. Aber andererseits habe ich nicht das Bedürfnis, das täglich zu machen. Es gibt Tage, wo ich mich für eine Puja zu müde und unkonzentriert fühle und ich denke, dass es Gott beleidigen könnte, wenn ich nicht bei der Sache bin. Ich mag auch keine Gespräche, wenn ich merke, dass der andere gedanklich woanders ist. Außerdem habe ich von John mehrere Aufgaben bekommen, die ich täglich mache, und das alles braucht ja auch Zeit.

Hier noch ein paar Notizen aus Büchern:

  • Jainismus: lehnt einen exoterischen Gott ab. Erkennt nur das Göttliche in jeder Seele an (auch Tiere, Pflanzen). Anhänger sind Vegetarier / Veganer und essen auch bestimmte Pflanzen nicht.
  • zu Brahma gehört Sarasvati, zu Vishnu Lakshmi und zu Shiva Parvati
  • Mount Kailash ist realer und spiritueller heiliger Ort. Pilger umrunden ihn (manche auf Knien), um ihr Karma aufzulösen. Im übertragenen Sinn ist der Kailash das Sinnbild für die Erleuchtung im obersten Chakra (Energierad)
  • die Kundalini-Schlangenkraft wird auch als Lotus dargestellt, der im untersten Chakra seine Wurzeln hat und entlang der Wirbelsäule aufsteigt. Lotus = symbol of overcoming, rises from muddy waters to sun and light
  • Shiva = Urkraft, in sich ruhend, Shakti = rührige Urkraft. Shakti ist Shivas schöpferischer Aspekt
  • die Erinnerung an die verlorene Einheit von Shiva und Shakti weckt die spirituelle Sehnsucht in den Menschen
  • Yoga = Verbindung von Shiva und Shakti.
  • Yoga / Tantra?!

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