Leichtigkeit

Gestern haben wir im Laden ein Gespräch über Leichtigkeit gehabt. A. sagt, das ich manchmal streng und ernst wirke, vor allem wenn ich alleine arbeite, aber dass sie glaubt, dass ich einer der freundlichsten Menschen bin, die sie kennt. Natürlich hat mir das geschmeichelt. Später habe ich noch lange darüber nachgedacht. Mir ist schon oft gesagt worden, dass ich beim ersten Eindruck verschlossen wirke und dass sich das erst relativiert, wenn man mit mir ins Gespräch kommt. Dahinter verbirgt sich meine generelle Persönlichkeit, glaube ich. Ich bin zuerst misstrauisch oder jedenfalls vorsichtig. Wenn mir scheint, dass der andere Mensch ok ist, werde ich offener.

Missbrauch ruiniert Leichtigkeit ziemlich, weil man immer auf der Hut ist und abwägt, was jetzt von einem erwartet wird, worin richtiges und falsches Handeln besteht und wie man möglichst unbeschadet davonkommt. Für mich heißt Leichtigkeit das Gegenteil, nämlich dass man in sich selber ruht und sich nicht darum kümmert, was andere denken. Wenn ich Comics zeichne oder andere Sachen mache, die ich gut kann, denke ich nicht mehr darüber nach, wie andere mich bewerten. Oder wenn ich mit Leuten zusammen bin, denen ich vertraue, dann fühle ich die natürliche Leichtigkeit auch.

Seit ich angefangen habe, hier zu schreiben, kämpfe ich mit dem Gefühl, dass das alles nicht sehr nach mir selbst klingt. Ich schreibe ganz anders als ich rede, aber es käme mir künstlich vor, Worte nicht aufzuschreiben, zum Beispiel “hat’s” statt “hat es”, obwohl ich so rede. Mir fehlt auch die Leichtigkeit beim Schreiben.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s