Mein erster Besuch

Ich habe mich gestern Abend mit W getroffen. Er hatte mir seine Hilfe angeboten für einen Besuch auf der anderen Seite, weil ich unsicher war, ob ich es alleine machen soll und weil ich aufgeregt war. Er hat mich gefragt, was ich glaube, was Lord Shiva gefallen würde, damit er Kontakt mit mir macht. Wir haben Puja gemacht, und ich habe Lord Shiva Reis geopfert, den ich nachmittags mit Gewürzen und Rosinen gekocht hatte. Ich habe Ihn gebeten, bei der Reise mit mir zu sprechen.

W hat sich neben mich gelegt und meine Hand gehalten. Er hat gesagt, es kann sein, dass ich etwas von seiner Energie spüren werde und dass ich vielleicht merken würde, wann es Zeit ist, ihn loszulassen, aber ich habe ihn bis zum Schluss festgehalten. Es hat mir geholfen, Vertrauen zu haben. Es ist schwierig für mich, so etwas zuzulassen. W und S hatten gesagt, dass es eigentlich ganz normal ist, auf die andere Seite zu gehen, weil man das auch macht, wenn man einschläft oder wenn man wirklich offen ist für alle Eindrücke, aber ich hatte das Gefühl, es ist sehr kompliziert und man muss sehr viele Regeln beachten und alles richtig machen, damit Lord Shiva nicht denkt, man würde ihn nur belästigen. Im Hinduismus ist jede Geste wichtig und ich wollte es richtig machen.

Ich lese manchmal http://shivshankardaily.wordpress.com und da stand “Only one whose doubts have disappeared can attain knowledge”. Als wir gestern auf Ws Bett lagen und die Kerzen brannten und die Musik spielte, war ich so voller Zweifel wie schon lange nicht mehr. W hat gesagt, ich soll die Augen schließen und ruhig atmen. Immer, wenn jemand sagt, ich soll ruhig oder bewusst atmen, fange ich an zu schnaufen. Es war auch schon beim Yoga mit R so. Ich finde richtiges Atmen schwer. Wir hatten vorher darüber geredet, ob es einen Ort gibt, den ich sehr gern mag. Ich hatte gesagt, es gibt einen Ort im Wald, wo ich manchmal auch Opferspeisen hinlege, und W hat gesagt, dass ich mir vorstellen soll, auf einem Stein da zu sitzen und dann zu sehen, dass unter ihm ein Durchlass ist und dann hineingehen.

Es war überhaupt nicht schwer! Es war so leicht, dass ich schon wieder dachte, ich mache bestimmt etwas falsch. W sagt, alles, was ich sehe, ich nur für mich bestimmt, aber ich kann darüber reden, wenn ich es darf oder spüre, dass es ok ist. Mir ist von Lord Shiva gesagt worden, dass ich fähig bin, trotz meiner Unfähigkeiten (echte oder eingebildete), sehr große Freude zu fühlen. Mir kam das wie ein Orakelspruch vor, weil ich dazu neige, Lebensfreude als eine technische Sache zu betrachten: wenn ich etwas Bestimmtes mache, erhöht sich das Level an Lebensfreude, wenn etwas anderes passiert, sinkt es ab und eigentlich ist Freude nur eine bestimmte Hormonausschüttung. Lord Shiva sagt, ich kann das Leben so betrachten, aber dann werde ich es nicht voll auskosten. Meine dritte Aufgabe von Lord Shiva: nicht alles zerdenken. Ich glaube, Er kennt mich sehr gut.

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