Alltag als Sub

Ich will mit meinen Einträgen nicht den Eindruck erwecken, dass John und ich fast jeden Abend spielen, und darum will ich darüber schreiben, wie unser Alltag mit BDSM aussieht. Ich habe schon einmal geschrieben, ich bin nicht ständig geil, aber ich bin ständig ein devoter Masochist, und auch John ist nicht ständig geil, aber dauerhaft ein dominanter Sadist. Das Wichtigste ist für uns beide, dass wir die Machtverhältnisse in unserer Beziehung spüren und ausleben können. Im Alltag habe ich ganz andere Aufgaben als John. Ich weiß, dass es sexistisch ist, wenn ich es schreibe, aber ich übernehme mehr die Aufgaben, die eine Frau in einer klassischen Hetero-Beziehung hat, und John die Aufgaben, die ein Mann hat. Ich koche, spüle, mache die Wäsche (außer John’s Hemden, die macht die Reinigung :-)), putze und habe meine Arbeit im Laden, aber nur an drei halben Tagen die Woche. John arbeitet sehr viel. Als ich ihn kennengelernt habe, waren 14 Stunden Arbeit am Tag nicht ungewöhnlich, aber jetzt versucht er, nur zwischen 8 und 10 Stunden am Tag zu machen. Außerdem kümmert er sich um die organisatorischen Sachen wie Bankgeschäfte, Steuern ect. Er sagt, er hat jeden Tag soviel Verantwortung zu tragen, dann will er zuhause wissen, dass sich jemand anders um alles kümmert und dass der es gut macht. Ich gebe mir Mühe🙂

Neben dem Machtgefälle habe ich Regeln von John bekommen, nach denen ich lebe.

Im BDSM geht es darum, dass Spannung aufgebaut und gehalten und dann wieder abgebaut wird, eigentlich wie in einer Vanillabeziehung auch. Im BDSM hat man aber die Möglichkeit, Spannung nur anzudeuten und dann wieder abebben zu lassen, vor allem wenn der Sub sein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abgegeben hat (so have I). Wenn John keine Lust hat, sich mit mir zu beschäftigen, kann er mich trotzdem spüren lassen, dass er bestimmt, wo es lang geht, zum Beispiel durch kleine Gesten oder Sachen, die er sagt. In vielen BDSM-Beziehungen ist der Sub derjenige, der bestimmt, weil er seinem Dom ständig suggeriert, was er haben will, aber so leben wir nicht. Ich habe immer die Pflicht, Dinge, die ich wirklich nicht akzeptieren kann, abzulehnen, aber ansonsten darf John tun, was ihm gefällt, und ich muss es akzeptieren. “You don’t tell me what to do, please or not.” Aber ich darf äußern, was mir gefallen würde, was aber nicht heißt, dass John es tut. Aber John hört mir sehr genau zu🙂

Für John ist es nach einem anstrengenden Tag entspannend, zu kommen. Er möchte oft, dass ich ihn oral befriedige (and I like it) oder dass wir Sex haben, aber danach möchte er sich nicht darum kümmern, dass meine Lust befriedigt wird. Für mich ist das frustrierend und demütigend (“You don’t expect me to deal with this little, limp cock, do you, boy?”), aber beides erregt mich sehr. Immer wieder in Schranken verwiesen werden, ist hart, aber auch schön. Aus der Frustration und Demütigung gewinne ich Lust. Andere Dinge aus dem Alltag als Sub:

  • John berührt meine private parts in der Halböffentlichkeit. Ich spüre den Birdlock oder wenn ich ihn nicht trage, dass ich Lust kriege. Er küsst mich, bis ich erregt werde (es geht schnell), dann lächelt er und lässt mich stehen
  • John nimmt sich keine Zeit für Sex, sondern befriedigt sich an mir, wenn ich gerade abwasche oder am Bügelbrett stehe, und danach lässt er mich stehen
  • John liest Zeitung oder schaut einen Film und ich knie vor ihm und halte ihn im Mund
  • John gibt mir Extraaufgaben, zum Beispiel Sätze schreiben in Schönschrift
  • John steckt etwas geschälten Ingwer in mich
  • John schließt die Toilette ab und ich muss ihn fragen, ob ich darf, wenn ich muss
  • John fixiert meine eine Hand mit einer Handschelle am Lenkrad im Auto und geht allein etwas erledigen (sehr peinlich im hellen Parkhaus unseres Supermarkts)
  • John sagt, ich soll stehen bleiben, während er sich hinsetzt und isst. Wenn ich essen darf, ist das Essen kalt
  • John lässt mich in der Ecke stehen (well, at least it’s a lot of standing straight, right, Love?), zum Beispiel wenn er auf dem Sofa sitzt und Sport schaut
  • John kontrolliert mich beim Waschen, Rasieren und Cremen, damit ich nicht an mir rumspiele, wenn der Birdlock ab ist
  • John inspiziert mich nach dem Duschen
  • John küsst meinen Nacken und fragt mich, ob ich gern Sex hätte, und wenn ich ja sage, küsst er mich noch einmal, lächelt und sagt, dass das nichts wird

Ich glaube, es gibt viele Momente im Alltag, wo wir unsere Art von SM ausleben können. Manchmal ist es geiler, wenn mir die Lust verweigert wird als wenn ich sie ausleben könnte. Mit minimalem Aufwand kann John mein Gefühl, unterlegen zu sein, maximieren🙂

I guess there’s one thing more I can’t quite describe in German. It’s the way John talks to me with his calm, deep voice. He’s able to say the worst and horniest things in such a polite way, I totally freak out. It’s stunning to be controlled by words only. Like “Orgasms are for free people only, remember?”

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