Reinigungsrituale

Solvey hat danach gefragt, ob wir Reinigungsrituale haben, die wir regelmäßig machen, und darüber will ich schreiben.

Reinigung finde ich immens wichtig. Ich weiß, dass das bei mir nicht richtig normal oder gesund ist, aber das hängt mit dem Missbrauch zusammen. Ich achte sehr darauf, dass ich immer sauber und ordentlich bin, und ich habe auch immer Kleidung zum Wechseln auf der Arbeit, weil ich es nicht gut ertrage, wenn ich dreckig bin oder wenn ich Angst habe, dass ich nach Schweiß stinke. Früher war es noch ausgeprägter, da habe ich manchmal dreimal und öfter am Tag geduscht und mir sehr oft die Hände gewaschen. Heute dusche ich einmal am Tag, wasche aber bestimmt noch öfter die Hände als andere Menschen. Waschen und Duschen und Kleidung waschen ist für mich sehr wichtig. Ich mache es inzwischen auch gern, nicht mehr nur zwanghaft. Ich habe mich schlecht dabei gefühlt, wenn ich es genossen habe, unter der warmen Dusche zu stehen und sie dann kalt gedreht, um mir weh zu tun und mich zu bestrafen, weil ich fand, dass es nicht schön sein sollte, mich selber gerne zu spüren. Jetzt kann ich es genießen, wenn ich dusche. Ich mag es jetzt auch, mir für die Körperpflege Zeit zu nehmen. John geht regelmäßig zur Massage, aber das ertrage ich nicht. Manchmal massiert er mich. Ich finde es schön.

Es war für mich selbstverständlich, dass ich mich reinigen muss, bevor ich Lord Shiva gegenübertrete. Er will bestimmt nicht, dass ich stinke oder dreckig bin, habe ich gedacht, aber vielleicht ist es auch anders, weil viele Seiner Sadhus sich mit Asche einreiben. Asche finde ich schon dreckig. Bevor ich Puja mache, wasche ich mir immer das Gesicht und die Hände und manchmal auf die Füsse. Mit nackten Füssen Puja machen, fühlt sich schön an. Ich gehe allgemein gerne barfuß, am liebsten zuhause. W hat mir gezeigt, wie man sich selber mit Räucherstäbchen reinigen kann, wenn man das Gefühl hat, dass man gestresst ist und der Alltag an einem klebt und man unkonzentriert ist. Ich mache das manchmal so: ich stecke ein Stäbchen an und halte es Lord Shiva entgegen und bitte ihn, dass Er es segnet. Dann schwinge ich es über meinen Kopf, runter vor das Gesicht, die Brust und den Bauch und dann bis zu den Zehen und wieder zurück. Dabei stelle ich mir vor, wie der Rauch den Alltag wegwischt.

Die Fensterbank, die ich als Altar benutze, reinige ich meistens ganz normal mit einem feuchten Lappen. Jeden Morgen bringe ich die am Tag zuvor geopferten Speisen in den Müll, damit sie nicht schimmeln. Es war schon eine Überwindung, sie stehen zu lassen, aber jetzt ist es normal geworden für mich. W hat mir aber auch ein Weihwasser geschenkt, das er nimmt, um seinen Altar zu reinigen, und das verspritze ich manchmal. Aber ich mag die Wasserflecken nicht, die es macht LOL

 

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