Andere Bewusstseinszustände

Lord Shiva raucht Gras, weil es ihm hilft, zu meditieren, und seine Anhänger in Indien machen das auch. Ich habe früher auch mal Gras geraucht und andere Drogen probiert, aber ich habe das immer nur ganz kurz gemacht und bin nicht süchtig gewesen. Es waren nur Experimente, aber es hat mir meistens nicht gefallen. Bei einem Gespräch sagte W, dass für ihn andere Bewusstseinszustände wichtig sind, weil er wenn er da drin ist, Nachrichten von seinen Göttern bekommt. Er sagt auch, dass Jesus auch einen anderen Bewusstseinszustand kennt und dass man Jesus durch ihn kontaktieren kann, nämlich durch Schmerz.

Ich habe sehr viel darüber nachgedacht. Schmerz ist für mich etwas zweideutig. Ich habe viel Schmerz ertragen müssen, den ich nicht ertragen wollte. Es gab Mittel, mit dem Schmerz klar zu kommen. Ich habe mir oft vorgestellt, dass ich woanders bin oder dass ich wegfliege oder dass jemand anderem das passiert. In Ws Sinne sind das andere Bewusstseinszustände, wo man die normale Bewusstseinsebene verlässt. Ich stelle mir die Bewusstseinsschichten wie einen Kuchen vor. Ich glaube, normalerweise sind wir irgendwo im unteren Drittel. Wenn wir schlafen oder ohnmächtig sind, sind wir darunter, und wenn wir sterben, dann sind wir ganz unten auf dem Boden. Höhere Bewusstseinszustände sind für mich unter anderem ein starkes Gefühl von Glück und Lust und Freude, sexuelle Erregung, Halbtrance und Trance, Meditation und so. Ich stelle mir vor, dass man dabei auf einen höheren Tortenboden kommt und ganz oben ist die Glückseligkeit oder die Verschmelzung mit dem Nirvana. Aber das Nirvana ist etwas, das ich mir nicht gut vorstellen kann. Ich verstehe das Prinzip nicht so richtig.

Ich kann Schmerzen eigentlich gut ertragen, aber es gibt viele Schmerzen, die ich nicht mehr ertragen will. Ich fühle mich beim Zahnarzt immer ausgeliefert und wenn er etwas macht, tut es mir so weh, dass ich dann wieder wegdrifte und stark unter Stress stehe. Was John tut, ist freiwilliger Schmerz für mich, den ich genießen kann. Ich weiß, dass ich diesen Schmerz mag, weil ich früher bei den Sachen, die mein Vater gemacht hat, weggedriftet bin. Was er gemacht hat, habe ich auch mit Lust verbunden, weil das ein Weg war, es zu ertragen. Ich weiß, dass ich heute nicht so sehr auf BDSM stehen würde, wenn das nicht gewesen wäre. Darum ist es auch schwer für mich, John Dad zu nennen. Ich habe versucht, mir einzureden, dass es nicht zusammenhängt, aber das tut es doch. John Dad zu nennen, ist wie giving in to my own freakishness and to my innermost being. Vielleicht hätte ich wieder auf Englisch bloggen sollen.

Wenn John und ich spielen, gelange ich auch in einen anderen Bewusstseinszustand, wo ich die Kontrolle abgebe. Lord Shiva hat einen Sohn, der Murgan oder Murugan heißt. Er wird vor allem im Süden von Indien verehrt und die Anhänger sagen, Lord Murgan macht, dass man keinen Schmerz mehr fühlt. Sie bohren sich Spieße in die Haut und ziehen damit geschmückte Karren, oder sie durchbohren ihre Wangen mit Lanzen oder gehen kilometerweit auf Nagelbrettern. Ich würde das nicht machen und Nadelspiele sind ein Tabu für mich, aber ich kann vielleicht verstehen, warum sie das machen und wie es sich anfühlt, so in Ekstase zu sein, dass man den Schmerz nicht mehr fühlt.

Schmerz und Kontakt zu Gott gehören oft zusammen, bei Lord Murgan und bei Jesus Christus und ich glaube, auch bei anderen Göttern. Ich glaube, dass man auch Schmerz opfern kann, und dass Gott einem hilft, den Schmerz zu ertragen. Und der Schmerz macht auch den Kontakt mit Gott möglich. Vielleicht ist BDSM für mich auch mehr eine spirituelle Sache.

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