Shiva Nataraj

Ich hatte gestern ein langes Gespräch mit A, einem sehr guten Freund von John. A interessiert sich auch für Mathematik und Kosmologie und wir haben über die Theorie geredet, dass es keinen Startpunkt des Universums gibt, sondern dass es sich immer ausdehnt und zusammenzieht, aber nie verschwindet. Eigentlich kann man nicht von “vor dem Urknall” reden, weil es da noch keine Zeit gab, aber ich mache es doch: es kann doch sein, dass das Universum vor dem Urknall das Stadium der absoluten Komprimierung erreicht hatte und dass dann das Ereignis ausgelöst wurde, dass wir jetzt als Urknall bezeichnen, weil wir nicht nach davor schauen können, weil es natürlich keine kosmische Hintergrundstrahlung von davor gibt, wenn alles in sich zusammengefallen ist. Die Wissenschaftler sagen, sie können das nicht messen und werden das nicht beweisen können, aber ich finde den Gedanken so faszinierend, dass unser Universum nur ein Universum von unendlich vielen in einem größeren zeitlichen Ablauf ist. 

Ich denke dann auch an Shiva Nataraj, der mit seinem Tanz das Universum erschafft und wieder zerstört. Für einen Tänzer ist es normal, sich vor- und wieder zurückzubewegen, und falls er ein richtig guter Tänzer ist, braucht er auch nicht mehr über seine Choreographie nachzudenken. Auf Lord Shiva bezogen würde ich sagen: für Ihn ist es normal, dass er mit seinem Tanz etwas schafft und dann wieder zerstört und dann wieder schafft und zerstört, unendlich oft. Für Lord Shiva und den Kosmos spielt Zeit wahrscheinlich überhaupt keine Rolle, aber für uns schon, weil wir nur durchschnittlich 75 Jahre lang leben. 

Ich finde es auch faszinierend, was die alten Inder schon alles über den Kosmos wussten, ohne dass sie unsere technischen Geräte hatten. Aber sie wussten auch mehr über den Menschen, ohne dass sie wussten, was Gene sind oder wie man ein Herz transplantiert. Ich frage mich, woher sie das wussten. John sagt, vielleicht hatten sie mehr Zeit und Ruhe und konnten das alles erkennen, weil sie nicht wie die Irren gearbeitet haben und am Ende an Stress gestorben sind🙂 Und W sagt, sie hatten früher andere Gemeinschaften, wo das Wissen anders weitergegeben wurde und wo die Leute vielleicht nicht so durch die Maschen gefallen sind wie heute. Ich weiß ja auch, dass ich anders wäre, wenn es nicht passiert wäre. Manchmal frage ich mich, ob ich Mathematik oder Astronomie studiert hätte. Das wäre cool, wenn ich heute forschen würde oder anderen was beibringen könnte, aber ich würde das nicht schaffen, jetzt noch Abi zu machen und zu studieren. Und ich weiß nicht, ob es mich glücklich gemacht hätte. Aber manchmal träume ich eben davon, dass ich mehr wäre als nur ein Verkäufer, und dass die Menschen das, was ich sage, wichtig fänden, und dass ich etwas leisten könnte, das wichtig ist. Irgendwie macht mich das jetzt traurig, aber eigentlich wollte ich von anderen Sachen schreiben.

Ich wollte schreiben, dass ich gerne bei den Hubble-Bildern schaue. Es ist wahrscheinlich menschlich, in Wolken oder anderen chaotischen Formen Bilder zu suchen, aber wenn ich die Bilder ansehe, dann sehe ich Lord Shiva, wie Er tanzt, und ich sehe wie er einen Dreizack über den Kopf hebt oder mit Shakti meditiert.

Ich wollte mir immer ein Teleskop kaufen, aber ich habe es nie gemacht, weil ich denke, dass es Schwachsinn ist, wenn ich das mache, weil ich dann auch nur sehen kann, was es im Internet in besserer Qualität gibt. Es wäre auch schmerzhaft, wenn ich an der Sehnsucht rühren würde, weil ich ohnehin nie mehr sein werde als ich bin. Ich bin doch zu dumm dafür. Love, don’t stone me, but that’s how I feel.

Mir ist aber noch was eingefallen, was ich kann:

  • ich kann lieben
  • ich kann andere zum Lachen bringen
  • ich kann Ruhe bewahren, wenn andere wütend sind

Heute ist mein Kopf irgendwie durcheinander. Ich hoffe, das klang jetzt nicht alles total blöd.

One thought on “Shiva Nataraj

  1. mondfeuer says:

    Hey Blaubeermann,

    Nur weil du nicht studiert bist, heißt das doch nicht dass du unwichtig bist oder das was du sagst unwichtig ist.
    Versuche dich davon frei zu machen.
    Jeder von uns ist ein Rad im Getriebe des Kosmos. Das ganze kann ohne uns nicht funktionieren.
    Das göttliche hat für einen jeden von uns einen Plan. Durch jeden von uns erfährt sich das göttliche auf eine andere Art und Weise.😉

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