Faggots

Es macht mich betroffen, wenn ich manchmal sehe oder lese, wie andere Doms mit ihren Subs umgehen. Aus dem amerikanischen Englisch gibt es den Begriff faggot, was eigentlich Schwuchtel heißt, aber in der Gay-BDSM-Szene werden so Subs genannt, die sich sehr stark erniedrigen lassen. Sie sehen sich selbst als wertlose Sklaven ohne Rechte und bekommen ihren Kick davon, wenn sie sehr stark gedemütigt (humiliated) und sehr stark gebraucht (used/misused) werden. Manche bekommen davon auch bleibende Verletzungen (Zerstörung des Schließmuskels, Riss des Penisbands ect.). Viele wollen als Hunde gehalten werden (aus dem Napf trinken und essen) und sie geben ihrem Dom auch das Recht, ihre Haare zu scheren.

Es ist unangenehm, wenn ich davon lese oder Bilder sehe, weil ich glaube, dass ich verstehe, was für sie den Kick ausmacht, aber ich vertrage das nicht gut, weil es mich an früher erinnert. Ich sehe mich als Sub nicht würdelos. John sagt, er will, dass ich stolz darauf bin, sein Sub zu sein, und ich bin es. Er will, dass ich aufrecht bin (straight up) und stolz, er will niemanden, der würdelos alles über sich ergehen lässt. Für uns ist es glaube ich eine Gratwanderung zwischen niveauvollem BDSM und niveaulosem. Ich könnte John nach bestimmten Sachen nicht mehr in die Augen sehen. Ich würde es schrecklich finden, wenn er mich mit Edding beschmieren würde mit Worten wie Schlampe, wertlos oder Köter oder so oder wenn er mich anspucken oder von mir verlangen würde

Ich breche das lieber ab, was ich schreiben wollte, weil es mir nicht gut vorkommt. BDSM ist ein Spiel, bei dem es auch Verlierer geben kann, wenn es nicht passt zwischen Dom und Sub. Es hat mich viel Vertrauen gekostet, mich John gegenüber so zu öffnen und mit ihm über den Missbrauch und alles zu reden. Ich weiß, dass viele andere Männer mich als Partner direkt abgelehnt hätte, weil ich behindert bin, und wenn ich von den Sachen erzählt hätte, wäre das für sie ein rotes Tuch gewesen. Aber John sagt, er hat direkt die Perle gesehen in mir und er musste sie nur freilegen und jetzt muss er sie immer wieder polieren, damit die strahlt. Ich mag diese Metapher, ich finde das romantisch🙂 Ich weiß aber auch, dass John sehr stark sein musste, um den Dreck herunterzukriegen, und seine Stärke und natürliche Dominanz hält mich jetzt auch noch immer auf dem richtigen Kurs. Wenn ich er gemeiner wäre oder mich in eine Richtung manipulieren würde, die nicht gut wäre für mich, wäre es sehr schwer für mich, da rauszukommen. Ich bin glücklich, dass Du bist, wie Du bist, John. Lova ya.

One thought on “Faggots

  1. Alexis Sólveig Freysdóttir says:

    Ja, ich habe das ein wenig mitbekommen (Faggots) und weiß, dass es für Frauen so was auch gibt. Also diese richtig krasse Form wie du sie beschreibst, in der manche sogar aufhören zu essen, zu trinken, aufs Klo zu gehen… außer ihr Dom sagt es ihnen. Ich weiß von so einer Geschichte in meinem RL-Umfeld.
    Vom Verstand her kann ich nachvollziehen warum das bei manchen Menschen so ist, also diese Wünsche und das intensive Gefühl der (missbrauchten) Abhängigkeit. Aber ich drifte da immer sehr schnell in dieses psychologische Analysieren ab. Das heißt, emotional kann ich das nicht nachvollziehen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s