Tanzen

Ich habe angefangen, in mein Zeichentagebuch für Lord Shiva reinzuschreiben, welche Gedanken Er anregt, welche Bilder mir vor Augen sind, wenn ich an Ihn denke oder Puja für ihn mache und ich schreibe auch auf, wenn ich finde, dass es mir gelungen ist, etwas besonders gut zu sagen oder richtig zu machen, wenn ich mit Ihm rede oder bete und so. Das Mantra OM NAMAH SHIVAYA ist zentral für mich und ich vermisse es, wenn ich denke, ich lasse es mal weg. Ich singe ja nicht so gerne und ich tanze auch nicht gerne, aber Lord Shiva hat mir die Aufgabe gestellt, für ihn zu tanzen. Ich kann viele Sachen machen, ohne mich dumm zu fühlen, die für andere peinlich wären, aber ich schäme mich beim Tanzen. Ich finde, ich kann mich nicht gut bewegen und ich mag es auch nicht, wenn wir beim Yoga tanzen sollen und wenn mein Yogalehrer dann noch sagt, wir sollen es anmutig machen und mit Grazie. Ich habe das nicht und fühle mich hässlich dabei und bloßgestellt. Wenn ich versuche, für Lord Shiva zu tanzen, mache ich das nur, wenn keiner hinschaut und wenn John nicht zuhause ist und ich lasse die Rollos runter, aber ich fühle mich trotzdem beobachtet und unwohl. Warum will Lord Shiva immer das von mir, das mir schwer fällt? John sagt, ich würde mich nicht entwickeln, wenn er nur Sachen wollen würde, die mir leicht fallen. Es stimmt, aber Scham ist ein Gefühl, das ich nicht mag.

Für andere ist Tanzen ja ein wichtiger Teil von ihrer Spiritualität. Ich denke an die Derwische und an Tempeltanz in Indien und an andere Sachen. Aber für mich hat Tanzen nie zu Religion dazugehört. In der Kirche wird nicht getanzt, man sitzt nur steif da und wartet, dass es vorbei ist. Ich habe das nicht als lebendig empfunden, es war eher langweilig und so ritualisiert, dass es oft nur runtergeleiert wurde. Lord Shiva will lieber, dass man feiert und tanzt und singt. Vielleicht weil man sich dann lebendiger fühlt.

W hat mich früher oft gefragt, ob wir tanzen gehen wollen, und ich habe eigentlich immer nein gesagt oder wenn doch, dann habe ich nur an der Bar gesessen und Musik gehört, aber nicht getanzt. Ich hatte Angst, mich zu blamieren. Manchmal denke ich, dass es auch was mit dem Missbrauch zu tun hat, weil es sich für mich gar nicht natürlich anfühlt, zu tanzen. Ich fühle mich beobachtet und unwohl, als wenn mich jemand bewertet, obwohl das unfair wäre.

Jetzt hat John gesagt, er würde gerne auf unserer Hochzeit einmal mit mir tanzen. Ich dachte, er macht einen Witz, aber er meint es ernst. Ich habe erst nein gesagt, aber es war ihm wichtig und dann habe ich gesagt, ich mache es. Jetzt will John am Wochenende anfangen, mir einen Walzer beizubringen. Ich bin aufgeregt, aber Lord Shiva findet es wie immer lustig, dass John und Er so gleich denken. Ist das ein Zufall? Die beiden haben mich echt im Griff🙂

3 thoughts on “Tanzen

  1. mondfeuer says:

    Hey Blaubeermann,

    Ich kann dir nur den Tip geben, mache es.
    Letzten November habe ich auf einem Treffen mit diversen anderen spirituellen und interessierten Leuten für ihn getanzt.
    2 Schlugen die Trommeln für mich und ich gab mich ihm einfach hin.
    Es war eine so tiefe, unglaublich wertvolle, bewegende und erfüllende Aktion die mich tief beeindruckt hat und mit zu den wertvollsten Erfahrungen überhaupt für mich geworden ist.

    • Blaubeermann says:

      Hallo mondfeuer,
      ich habe das auf Deinem Blog gelesen. Für mich ist es schwer, loszulassen, und ich glaube, beim Tanzen muss man das können, weil es sonst nicht richtig funktioniert. Ich möchte das alleine machen, wenn andere dabei wären, wäre ich noch gehemmter.

  2. mondfeuer says:

    Kann ich gut nachvollziehen, ging mir früher nicht anders.
    Bin oft mit Freunden in Discos gegangen, habe mich aber nie bewegt, eben weil ich extrem gehemmt war.
    Irgendwann habe ich zu Hause, ganz allein für mich angefangen zu tanzen. Das löste einige Knoten.
    Dann ahbe ich mir irgendwann gedacht: “Scheiß drauf!” Und habe angefangen mich auch öffentlich zu bewegen und fühlte mich freier.
    Bis ich aber in diesem rituellen Kontext tanzte, bei dem zu Anfang nur wenige enge vertraute bei waren vergingen Jahre.
    Die letzte Tanzsession mit Besessenheit am besagten We fing auch alleine an.
    Jedoch kamen nach und nach alle Anwesenden, was mehr als 20 Leute waren dazu.
    Da hatte ich dann die Wahl abzubrechen und Stunk mit meinen Geistern zu haben, oder aber weite rzu machen und mein Ding durchzuziehen.
    Ich entschied mich für letzteres und war froh dies getan zu haben, denn dies hat einige wichtige Erkenntnisse nach sich gezogen, als auch spannende magische Phänomene erzeugt.
    geh ganz nach deinem Gefühl, das wird dich schon richtig leiten.
    lg
    Mo

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s